Schwerpunkt unseres Schulprofils


Aufbau einer Lesekultur an unserer Schule
Das Erstellen eines Lesekonzepts ist wesentlicher Bestandteil des Schulprogramms jeder Schule. Darüber hinaus ist es eines der Entwicklungsvorhaben, dem wir uns sehr verbunden fühlen.


Um Fortschritte im Leseprozess machen zu können, benötigen die Klassen und die Schule eine Lesekultur, die durch regelmäßige Lesezeiten, ein differenziertes Leseangebot und unterschiedliche Leseorte gekennzeichnet ist. Denn nur in einer anregenden Leseumwelt mit vielfältigen Lesesituationen, in denen Gelesenes in Handlung umgesetzt werden kann, in denen Leseeindrücke mit Gesprächspartnern ausgetauscht werden können und in denen das Verständnis von Gelesenem mit anderen überprüft und in das Wissen eingegliedert werden kann, können Kinder zu Lesern werden.


Eines unserer wichtigsten Vorhaben ist die Förderung und Erweiterung der Lesekompetenz. In einem schuleigenen Leseraum mit Internetzugang lernen die Kinder eine besondere Leseatmosphäre kennen. Die Schülerinnen und Schüler nehmen an klasseninternen Lesewettbewerben sowie Lesewettbewerben auf Stadt- bzw. Kreisebene teil. Wir freuen uns, dass wir schon viele Kinder auf dem Weg zum Stadtsieger begleiten durften! Die Kinder lernen beim Lesen auch, dass sie Freude vermitteln können, z.B. beim Vorlesen im Rahmen des „Lesekumpelprojektes“. Die Kindergartenkinder lauschen gespannt, was die „Großen“ ihnen vorlesen. Die Umsetzung unseres Konzeptes sieht wie im Folgenden beschrieben aus.
 
Einrichtung eines Lesezimmers mit festen Lesestunden
Im Lese- und Computerraum der Schule können die Kinder in den sogenannten „Antolinstunden“ (fest im Stundenplan eingeplante Lesestunden ab Klasse 2) in ruhiger und entspannter Atmosphäre in Sach- und Unterhaltungsbüchern stöbern, lesen oder sich im leisen Flüsterton mit anderen über das Gelesene austauschen.
Durch die im zweiwöchigen Rhythmus fest integrierte Lesestunde hat das Lesen auch für die Kinder, die bisher von sich aus nicht gelesen haben, einen positiven Stellenwert erhalten.
Die im Leseraum oder zu Hause gelesenen Bücher können in dieser Lesestunde bei „Antolin“ eingegeben und Fragen zum Inhalt beantwortet werden. Dazu nutzen die Kinder die PCs in den Klassen und im kombinierten Lese-/Computerraum.
 
Interaktive Förderung durch „Antolin“
„Antolin“ ist ein innovatives Portal des Schroedel-Verlags zur Leseförderung von der ersten bis zur zehnten Klasse.
Die Schüler lesen ein Buch und beantworten dann interaktive Multiple-Choice-Fragen zum Inhalt. Dabei können sie je nach Leseleistung individuell Punkte sammeln und werden am Ende des Schuljahres mit einer Antolin-Urkunde ausgezeichnet. So fördert „Antolin“ das sinnentnehmende Lesen und motiviert die Kinder, sich mit den Inhalten der gelesenen Werke auseinanderzusetzen. Dadurch unterstützt „Antolin“ die selbstbestimmte Entwicklung der eigenen Leseidentität. Die Bücher unserer Schule, die sich in der Präsenzbibliothek befinden, sind alle auf „Antolin“ abgestimmt. Die Lehrerinnen der Schule haben bei Antolin einen eigenen Zugang, der einen genauen Überblick über die im Rahmen der „Antolin-Stunden“ gezeigte Leseleistung der Schüler bietet.
 
„Antolin“
stellt eine integrative, motivierende Lernumgebung dar,
fördert die Schüler auf ihrem Weg zum eigenständigen Lesen,
bietet bei der Leseförderung einen gemeinsamen Bezugspunkt für alle Schüler,
eignet sich zur sinnvollen Differenzierung,
bietet Lehrkräften aussagekräftige Informationen zum Textverständnis und zur Leseleistung ihrer Schüler,
kann auch außerhalb der Schule am heimischen PC genutzt werden.
 
Durchführung einer Lesewoche
Um die Kinder mit möglichst vielen verschiedenen Büchern des Lesezimmers bekannt zu machen und damit auch ihre Neugier auf das Lesen zu wecken, haben wir Lehrerinnen uns für das Leseprojekt „Vorlesewoche“ entschieden. Das bedeutet, dass in unregelmäßigen Abständen (ca. alle zwei Jahre) eine Woche lang in einer Schulstunde für alle Klassen der Klassenverband aufgelöst wird. Die Kinder wählen aus einer Reihe von plakativ vorgestellten Büchern für sich ein Buch aus, aus dem sie vorgelesen bekommen möchten. Für eine Stunde finden sie sich bei einer Vorleserin (Lehrerin) ein.
 
 
Autorenlesungen
Jedes Jahr bewirbt sich die Grundschule Kachtenhausen bei der Stiftung Lesen, um eine Autorenlesung durchführen zu können. Wenn die Schule ausgewählt wird, motiviert dieses Leseereignis die Kinder zum Weiterlesen und gibt Anregungen zum eigenen sinngestaltenden Lesevortrag. 2014 erschien Gabi Scholz in einem Ritterkostüm und stellte ihr Buch „Carlos, Knirps & Co – Ravioli, der furchtlose Ritter“ vor. 2016 besuchte uns der Autor Oliver Scherz und las in einer sehr eindrucksvollen Weise aus seinem Buch „Wenn der geheime Park erwacht, nehmt euch vor Schabalu in Acht“. Er brachte seine Gitarre mit und sang den Kindern u.a. auch etwas vor.  Anschließend konnten sich die Schüler erworbene Bücher signieren lassen.
 
Teilnahme an internen und externen Lesewettbewerben

Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die jährliche Teilnahme am Vorlesewettbewerb der Grundschulen im Kreis Lippe eine feste Einrichtung. Die Vorausscheidungen finden in den 3. und 4. Klassen statt. Für die Entscheidungsfindung wurden von den Lehrerinnen und Lehrern Kriterien erarbeitet, die sich an den Kriterien des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zur Durchführung von Vorlesewettbewerben orientieren. Die „Jury“ für die Schulausscheidung setzt sich folgendermaßen zusammen: eine Mitarbeiterin der Buchhandlung Brückmann in Lage, die auch den Gutschein für den 1. Sieger spendet, die Leitung der Betreuung, der Hausmeister, die Schulleiterin und eine Lehrerin. Der Sieger im Schulwettbewerb nimmt an dem Wettbewerb auf Stadtebene teil, in dem unter den Siegerkindern aller Lagenser Grundschulen in der Stadtbücherei der „Stadtmeister“ im Lesen ermittelt wird.
 
„Lesemütter“ und  „Leseväter” oder „Leseomas“ und „Leseopas“ als individuelle Hilfe
Während der Antolinstunden nehmen regelmäßig  „Lesemütter“ und “Leseväter” oder „Leseomas“ und „Leseopas“ als individuelle Hilfe teil. Sie unterstützen schwächere Schüler in ihrem Leseprozess, indem sie sich in den sog. „Antolinstunden“ ausschließlich ihrem „Lesekind“ zur Verfügung stellen, z. B. bei der Buchauswahl, beim sinnbetonten Vorlesen, bei der Klärung inhaltlicher Fragen und vielem mehr.
 
 
Lesekumpel-Projekt
Das „Lesekumpel-Projekt“ ist ebenfalls fest im Schulalltag etabliert. Die Drittklässler als zukünftige Paten, besuchen die zukünftigen Erstklässler des benachbarten Familienzentrums „Pusteblume“ einmal in der Woche zum Vorlesen. Die Vorlesebücher werden von den jeweiligen Vorlesern selbst ausgewählt, müssen aber vorher in der eigenen Klasse vorgestellt und auf ihre „Tauglichkeit“ für jüngere Kinder überprüft werden.
 
Lesen im täglichen Unterricht
Weitere wichtige Bausteine für den Aufbau einer Lesekultur, die im Unterricht integriert sind, werden im Folgenden stichwortartig genannt:
Nutzen der Klassenbücherei (Bilderbuch, Erstlesebücher)
Informierendes Lesen an Lesetischen/ Ausstellungen zu Sachthemen
Lesekisten zu bestimmten Themen/ Projekten aus der Stadtbibliothek bereitstellen
Vorlesen im Stuhlkreis
Meinungsaustausch zu Texten/ Autoren
Fragen zu Texten beantworten
Lyrische Texte erlesen, vorlesen, gestalten
Nachschlagen (Lexikon, Wörterbuch)
Lesestrategien einüben (Silbenlesen, Sinnwörter markieren ...)
Lesen von Ganzschriften unter Verwendung eines sogenannten „Leseheftes“
 
Individuelles Leseförderprogramm „ELFE“

Seit dem Schuljahr 2008/09 ist das Leseförderprogramm „ELFE“ ein Bestandteil unseres Förderkonzeptes. Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 2 – 4 werden am Ende eines Schuljahres mit dem „ELFE-Leseverständnistest“  auf ihre Lesekompetenz hin getestet, sodass zu Beginn des kommenden Schuljahres für alle Kinder ein Überblick über deren Lesefähigkeit vorliegt.
Das Verfahren wird von uns als Computerprogramm durchgeführt. Im Anschluss an den Test erfolgt eine automatische Auswertung und Diagnosestellung. Auf Grundlage der Ergebnisse, die auch vom „ELFE-Trainingsprogramm“ eingelesen werden können, wird für jedes Kind eine individuelle Förderung konzipiert.